Archiv für den Monat: Juni 2017

Was kann man gegen Abdrücke der Transferpresse auf dem Stoff machen?

Grade wenn Sie neu im  Textildruck-Business sind, bedeutet das ein ständiges Ausprobieren, Lernen, Misslingen und Verbessern. Auf den ersten Blick scheint der Textildruck ein einfaches Unterfangen zu sein, doch wenn es dann tatsächlich ans Anpressen geht, tauchen häufig Fragen auf. Wie lange presse ich dieses Transfer an? Welches Material muss ich benutzen? Wann kann ich den Träger abziehen? Eine Frage jedoch taucht in der Regel erst auf, nachdem das erste T-Shirt, die erste Tasche bedruckt worden ist. Warum verändert sich die Farbe meines T-Shirts, wenn ich es bedrucke?

Diese Frage hat sich jeder Textildrucker irgendwann einmal gestellt. Bei roten T-Shirts zum Beispiel zeigt sich oft eine rötlich-braune Farbveränderung wenn die Transferpresse geöffnet wird. In der ersten Panik denken viele zunächst, das T-Shirt sei ruiniert.

Damit Sie nicht mehr in Panik verfallen müssen, möchten wir Ihnen erklären, was mit dem T-Shirt passiert.

Abdrücke der Transferpresse auf Baumwolle entstehen durch Verdampfung

Baumwoll-T-Shirts werden zu den Kleidungsstücken gehören, die Sie am häufigsten bedrucken. Da Baumwolle eine Naturfaser ist, enthält sie etwas Feuchtigkeit. Auch in der Umgebungsluft ist Feuchtigkeit enthalten und somit auch in den meisten Stoffen. Baumwollfasern können sehr viel Wasser halten. Wenn Sie den "feuchten" Baumwollstoff erhitzen, wird diese Feuchtigkeit erhitzt und verdampft. Manchmal können Sie diesen Dampf sogar an der Seite der Presse aufsteigen sehen. Wenn die Feuchtigkeit also verdampft und aus dem Stoff entfernt wird, wird sich die Farbe des Kleidungsstückes an der Stelle, wo es unter der Presse lag, ändern und es entsteht ein Abdruck der Presse. Diese Farbveränderung ist  bei mittleren Farbtönen wie Rot, Royalblau, Lila und Grün am deutlichsten. Er tritt auch bei anderen Farben auf, ist dort jedoch weniger deutlich.

Ist Ihr T-Shirt damit also ruiniert?

Auf keine Fall! Da die Feuchtigkeit natürlicherweise im Stoff vorhanden war, wird sie aufgrund der Luftfeuchtigkeit mit der Zeit auch wieder zurück in den Stoff gehen. Wenn die Umgebungsluft sehr trocken ist, kann dieser Vorgang etwas länger dauern als in einer feuchteren Umgebung. In der Regel wird die Ursprungsfarbe sich aber etwa 10 Minuten nach dem Auskühlen des Stoffs zurückkehren.

Zu große Hitze beim Anpressen kann Polyester versengen

Was aber, wenn Ihr T-Shirt aus Polyester besteht, nicht aus Baumwolle? Auch dann wird ein rechteckiger Abdruck von der Presse zurückbleiben.

Wie auch Baumwolle enthalten Polyesterfasern etwas Feuchtigkeit, sodass eine leichte Farbänderung normal ist. Es kann jedoch noch ein anderes Problem auftreten. Statt die Farbe zu ändern, glänzt der Stoff plötzlich. Ein glänzendes Rechteck in der Form Ihrer Presse drückt sich auf dem Stoff ab. Das passiert, wenn der Stoff "versengt". Der Glanz bedeutet, dass die Temperatur, die Sie beim Pressen benutzen, zu hoch für den Stoff ist. Einige Polyesterstoff reagieren sensibel auf Hitze und wenn eine Transferpresse mit hohen Temperaturen genutzt wird, beginnen die Fasern zu schmelzen. Dieses Ergebnis ist aller Wahrscheinlichkeit nach permanent, kann sich aber auch leicht zurückbilden. Die Fasern des Stoffs wurden verändert.

Um dieses Problem zu umgehen, verwenden Sie Transfers und Materialien, die bei geringeren Temperaturen angepresst werden können, um ein Verbrennen des Stoffes zu vermeiden. Temperaturen von über 150° C sollten auf jeden Fall vermieden werden.

Der durch die Hitze einer Transferpresse versengte Polyester glänzt.

Transferfolien, die bei niedrigen Temperaturen angepresst werden

Bei BlueFuture erhalten Sie eine Auswahl von Folien, die bereits bei niedrigen Temperaturen angedruckt werden können.

Flexfolien

bedruckbare Textilfolien

Ein weiterer Tipp zum Vermeiden von Abdrücken: Legen Sie ein Baumwolltuch zwischen Stoff und Heizplatte. Bitte beachten Sie, dass sich die Andruckzeit dadurch verlängern kann.

Kann ich für meinen Kunden Bilder drucken, die durch das Urheberrecht oder Markenrecht geschützt sind?

Wenn Sie schon etwas länger im Textildruckgeschäft sind, haben Sie sicherlich schon erlebt, dass Kunden zu Ihnen kamen, die ein urheberrechtgeschütztes Bild oder Design drucken lassen wollten. Wie haben Sie reagiert? Haben Sie vorgeschlagen, das Bild zu abzuändern, damit Sie es dennoch drucken konnten?

Wenn es um durch das Urheberrecht geschützte Designs geht, stößt man schnell auf vermeintliche "Regeln". Zum Beispiel, dass eine Bestimmte Anzahl an Veränderungen am Design, oder ein gewisser Prozentsatz ausreichen, damit das Design nicht länger unter das Urheberrecht fällt.

Leider sind die meisten dieser Angaben falsch. Achten Sie daher immer darauf, kein Copyright/Markenrecht/Urheberrecht/Persönlichkeitsrecht zu verletzen, wenn Sie Designs für Kunden (oder auch für Familienmitglieder und Freunde) drucken. Vielleicht glauben Sie, auf der rechtlich sicheren Seite zu sein, sind es aber gar nicht. Urheberrechtsverletzungen können große rechtliche Probleme mit sich ziehen. Das sollten Sie im Sinne Ihres Unternehmens unbedingt vermeiden.

Bei BlueFuture können Sie daher keine urheber- oder markenrechtlich geschützten Bilder drucken lassen, es sei denn Sie können nachweisen, dass Sie dazu berechtigt sind.

In wieweit ein Bild verändert werden muss, damit dessen Verwendung zum Beispiel im Rahmen der Kunstfreiheit wieder verwendet werden kann, ist leider meist eine Einzelfallentscheidung und kann nicht pauschal beantwortet werden.

Wie finde ich heraus, ob das Bild geschützt ist?

Auf der Seite des Deutschen Patent- und Markenamts können Sie geschützte Wort- und Bildmarken recherchieren.

Quelle: Screenshot images.google.de

Wenn der Kunde Ihnen ein digitales Bild liefert, können Sie beispielsweise über die umgekehrte Bildsuche bei Google herausfinden, ob das Bild bereits im Netz zu finden ist.

Nachdem Sie auf das Kamera-Symbol geklickt haben, können Sie ein Bild von Ihrer Festplatte oder aus dem Internet hochladen. Google zeigt Ihnen dann unter anderem an, auf welchen Webseiten das Bild zu finden ist.